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Grannen beim Hund ⇨ Symptome, Behandlung & Gefahr erkennen!

Lesezeit: 5 min
Grannen beim Hund

Was sind Grannen? Sicherlich sind Sie als Tierhalter in den Sommermonaten schon häufig über die Warnung der Tierärzte vor Grannen gestolpert. Aber was verbirgt sich dahinter? Und – sind sie wirklich so gefährlich für unsere vierbeinigen Lieblinge? Wir wollen Ihnen einige Antworten auf diese Frage und Tipps für einen unbeschwerten Sommer für Sie und Ihre Fellnase geben.

Was sind Grannen?

Was sind Grannen
Quelle: easy-dogs.net

Grannen sind kleine, oft borstige Pflanzenteilchen, die sich beispielsweise an den Ähren verschiedener Getreidearten wie der Gerste befinden und das Korn umschließen. Sie verfügen über kleine Widerhaken, die sich beim Kontakt am Hunde- oder Katzenfell, aber auch an Kleidung festheften. Im Gegensatz zu der Gerste haben die meisten, in unseren Regionen angebauten Weizenarten, keine Grannen. Diese kleinen Widerhaken sind für die Pflanzen extrem wichtig, sorgen diese Teilchen doch dafür, dass sich die Samen der Gräser verbreiten.

Für unsere Haustiere stellen sie allerdings eine Gefahr dar. Wird das Getreide im Spätsommer langsam schwer, lösen sich die Grannen häufig und geraten so auf die Wege, wo sie gefährlich für Tiere werden können. Zur Erntezeit liegen die Grannen dann spätestens auf den Felder und können so von unseren Tieren aufgenommen werden.

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Warum sind Grannen überhaupt gefährlich?

Sie gehen im späten Frühjahr oder im Sommer sicherlich sehr gern mit Ihrem Hund spazieren. Das ist die Zeit, in der die Vierbeiner möglicherweise mit Grannen zu kämpfen haben. Aber auch für Freigänger unter den Katzen können die Pflanzenteilchen gefährlich werden.

Durch ihre Widerhaken bleiben die Pflanzenteile an den verschiedensten Stellen z.B. im Fell hängen und können als Fremdkörper in das Tier geraten. Dort können sie Entzündungen verursachen. Die am häufigsten von Grannen betroffenen Körperstellen sind die Ohren, die Pfoten und die Nase, aber auch die Achseln und die Leisten, da dort die Haut dünner ist.

Gefährlicher wird es, wenn die Grannen in den Gehörgang von Hunden oder Katzen eindringen oder durch die Nase eingeatmet werden. Diese sind dann nicht mehr sichtbar. Im Zwischenzehenbereich der Pfoten können sie ebenfalls durch die Haut eindringen und eitrige Abszesse verursachen.

Diese Pflanzenteilchen sollten Sie unverzüglich von einem Tierarzt entfernen lassen um Folgeschäden zu vermeiden. Grannen, die in die Lunge gelangen, können ebenfalls schwere Infektionen auslösen, im schlimmsten Fall kann die Lunge perforiert werde, was zum Tod des Tieres führt. Das sind allerdings, glücklicher Weise, eher die großen Ausnahmen.

Symptome: Grannen erkennen

Typische Symptome für Grannen sind:

  • Niesen
  • Kratzen
  • Schütteln
  • Schlecken

Wenn Ihr Hund und oder Ihre Katze während des Spazierganges häufig niest oder niesend nach einem Ausflug nach Hause kommt, kann es sein, dass ein Fremdkörper in die Nase gekommen ist. Beim Durchstreifen von Feldern oder Wiesen können Grannen leider schnell ins Auge oder ins Ohr kommen. Im Auge stecken sie häufig unter der Nickhaut, dem sogenannten dritten Augenlid der Tiere. Tränende Augen oder häufiges Reiben an den Augen ist ein mögliches Indiz dafür, dass sich hier ein Fremdkörper festgesetzt hat.

Ein mögliches Anzeichen dafür, dass sich diese kleinen Pflanzenteilchen im Ohrbereich festgesetzt haben ist, wenn sich ihr Tier häufig schüttelt oder am Ohr kratzt. Sind die Fremdkörper durch das Trommelfell durchgestoßen, können sie schwere Infektionen verursachen. Leicht verfangen sich Grannen im Bereich der Pfoten. Besonders bei langhaarigen Tieren ist das besonders oft der Fall. Bei Hunden mit langem, zotteligem Fell kann das lange unbemerkt bleiben. Auch im Bereich zwischen den Zehen verfangen und entzünden sich Grannen schnell. Daher empfiehlt es sich, dass Sie nach jedem Spaziergang die Pfoten Ihrer Fellnase sorgfältig kontrollieren.

Behandlung: Grannen bei Hunden und Katzen entfernen

Grannen behandeln und entfernen

Wenn Sie wissen, worauf die Symptome hindeuten, ist schon ein wichtiger Schritt getan. Steckt die Granne nur oberflächlich in der Haut oder im Fell Ihres Hundes oder Ihrer Katze, können Sie versuchen, sie zu entfernen. Ist der Fremdköper tiefer eingedrungen, ist Vorsicht angebracht und Sie sollten unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann dann die lästigen Pflanzenteilchen fachmännisch entfernen und, falls notwendig, die betroffene Stelle angemessen versorgen.

Bitte beachten Sie immer, dass Grannen kleine Widerhaken haben, die, auch wenn Sie einen Großteil des Pflanzenstückchens entfernt haben, noch in der betroffenen Stelle verbleiben können. Insofern sollten Sie, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Granne vollständig entfernt wurde, einen Tierarzt aufsuchen.

Was kann man selbst als Halter tun – Vorbeugung?

Es ist wie auch bei Ihren Kindern – Sie können Ihr Haustier nicht vor allem bewahren. Hunde und Katzen gänzlich vor Grannen zu schützen hieße, kein Spaziergang im späten Frühjahr bzw. im Sommer mehr. Und das möchte vermutlich wohl niemand. Einen 100%igen Schutz vor diesen kleinen Planzenteilchen gibt es nicht. Daher ist es ja so wichtig, dass Sie die Anzeichen deuten können und das Fell Ihres Tieres täglich nach den Grannen absuchen, um feststellen zu können, ob sich ein Fremdkörper am Körper Ihres Hundes oder Ihrer Katze verfangen hat.

Hilfreich ist es auch, wenn Sie das Fell Ihres Hundes kürzen. Insbesondere an den empfindlichen Stellen wie Pfoten, Ohren und Augen, aber auch in den Zwischenräumen der Zehen können Sie so das Risiko, sich diese kleinen Fremdkörper einzufangen, minimieren. Sind Sie beim Kürzen des Fells an den Pfotenballen unsicher, kann das Ihr Tierarzt problemlos für Sie erledigen.

Es hilft auch, wenn Sie Ihr Tier nach jedem Spaziergang abbürsten. So können kleine Fremdkörper, die nur lose im Fell hängen, leicht entfernt werden ohne dass sie später einen größeren Schaden anrichten. Dennoch sollten Sie Ihren Hund bei einem Spaziergang nicht durchs Getreidefeld oder sehr hohe Wiesen rennen lassen. Schon um Wildtiere nicht aufzuscheuchen und zum Schutz der Ernte sollten Sie diese Regel einhalten. Es ist aber auch noch einmal ein zusätzlicher Schutz für Ihren Vierbeiner, diese Fremdkörper zu vermeiden.

Wann sollte man zum Tierarzt

Bemerken Sie, dass es Ihrem Tier schlecht geht, es sich nicht wohl fühlt, Nase, Augen oder Ohren entzündet sind, müssen Sie unverzüglich zum Tierarzt. In diesem Fall können Grannen in den Körper eingedrungen sein. Der Tierarzt wird die betroffenen Stellen kontrollieren und eine geeignete Therapie einleiten. Haben sich die kleinen Pflanzenteilchen zum Beispiel im Auge eingenistet, so wird der Tierarzt diese entfernen.

Meist ist im Nachgang noch eine Behandlung mit einer entzündungshemmenden Salbe oder Tropfen erforderlich, aber nach ein paar Tagen sollte Ihr Liebling wieder fit für neue Unternehmungen sein. Die Kosten für eine Behandlung beim Tierarzt hängen hier selbstverständlich von der Schwere der Erkrankung und der Dauer der eingeleiteten Thearpie ab. Sind Grannen in die Lunge eingedrungen, ist die Behandlung deutlich aufwendiger und die Medikamente teurer als bei einer simplen Entzündung der Augen. Muss Ihr Liebling operiert werden, ist eine Narkose und eine Betreuung in der Arztpraxis notwendig, die ebenfalls die Kosten einer Behandlung erhöhen.

Neben meinem Studium der Biologie verdiene ich mir mein Geld als Hundesitterin. Hunde und Katzen begleiten mich schon mein ganzes Leben. Aktuell leben ein Labrador und zwei Katzen in meinem Haushalt. Hier auf Tierliebe.com schreibe ich regelmäßig über alle möglichen Themen rund um Hunde und Katzen.

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