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Inkontinenz bei Hunden – Symptome, Ursachen & Behandlung

Lesezeit: 7 min
Inkontinenz bei Hunden

Auf einmal waren da ein paar Tröpfchen Urin auf der Hundedecke… Besonders Hundebesitzer, deren Hund ein wenig älter sind, kennen das Problem. Alterserscheinungen, die wir von uns Menschen kennen, können auch bei unseren Fellnasen auftreten. Da viele Haustiere inzwischen ein deutlich höheres Alter erreichen als noch in der jüngeren Vergangenheit, treten Erkrankungen wie Demenz und Inkontinenz auch bei Hunden immer häufiger auf. Aber nicht nur das Alter kann an der Inkontinenz bei Hunden schuld sein. Was noch dahinter stecken kann und wie Sie Ihrem Tier helfen können, erläutern wir Ihnen in den nächsten Abschnitten.

Inkontinenz bei Hunden – Symptome und Anzeichen

Verliert der Hund Urin ohne es zu bemerken, spricht der Fachmann von Inkontinenz. Besonders häufig passiert das, wenn Ihr Hund aufsteht oder im Schlaf – die Hundedecke ist auf einmal nass. Auch, wenn ihr Hund öfters plötzlich das dringende Bedürfnis hat zu pinkeln und den Urin nur für (sehr) kurze Zeit halten kann, ist die Rede von Inkontinenz.

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Mögliche Ursachen für die Inkontinenz

Inkontinenz bei Hunden Ursachen und Gründe

Eine vorliegende Inkontinenz kann verschiedene Ursachen haben. So können Kastrationen bei Hündinnen eine Inkontinenz begünstigen. Tierärzte gehen davon aus, dass der geringere Östogenspiegel die Erschlaffung des Bindegewebes, also auch den Schließmuskel der Blase, begünstigt. Davon sind eher ältere Hündinnen großer Rassen betroffen. Übergewicht begünstigt eine Harninkontinenz noch zusätzlich. 

Verschiedene Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Harnwegsinfektion, Polypen oder Tumore, können ebenfalls zur Inkontinenz bei Hunden führen. Auch Verletzungen der Bandscheiben können eine Ursache sein.

Nicht zuletzt kann eine Inkontinenz bei älteren Hunden auftreten, hier spricht man von der sogenannten altersbedingten Inkontinenz.

Nachfolgend möchten wir auf einige der Ursachen für Inkontinenz bei Hunden genauer eingehen.

Blasenentzündung

Blasenentzündungen sind für Ihren Hund schmerzhaft und unangenehm. Beim Wasserlassen brennt und juckt es heftig. Oft ist eine temporäre Inkontinenz eine Begleiterscheinung der Blasenentzündung, da der Harndrang sehr stark und das Bedürfnis zu urinieren häufiger ist als normal und der Hund auch hierbei die Kontrolle über sein Pipi verlieren kann. Eine Blasenentzündung kommt bei Hündinnen häufiger vor als bei Rüden. Alle Altersgruppen können betroffen sein.

Neurologische Ursachen und Probleme mit der Wirbelsäule

Hat ihr Hunde Probleme mit den Bandscheiben oder der Wirbelsäule, zum Beispiel durch Arthrose, dann kann dies ebenfalls zu einer Inkontinenz führen. Gleiches gilt für neurologische Probleme, diese können ebenfalls dafür verantwortlich sein, dass Ihr Hund die Kontrolle über seine Blase verliert. Grund dafür ist, dass in diesen Fällen Nervensignale vom Gehirn zur Blase nicht richtig funktionieren oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr durchkommen

Schwankender Hormonhaushalt

Ein schwankender Hormonhaushalt kann ebenfalls eine Inkontinenz bei Hunden auslösen. Ein häufiger Grund ist ein zu niedriger Östrogenspiegel bei weiblichen Hunden. Oft ist hierfür eine erfolgte Kastration die Ursache. Genauso können aber auch Rüden im Alter unter einer testosteronabhängigen Inkontinenz leiden, egal, ob sie kastriert wurden oder nicht.

Weitere Möglichkeiten: Angst, Alzheimer & mehr

Nicht nur bei uns Zweibeinern können Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz dazu führen, dass viele Körperfunktionen versagen. Auch ein alter Hunde kann an Demenz erkranken, was letztendlich auch zu einer Inkontinenz führen kann.

Ein weiterer häufiger Grund für Inkontinenz bei Hunden ist Stress bzw. Angst oder in schwerwiegenden Fällen auch ein Trauma. Bei verängstigten und gestressten Hunden ist oft zu beobachten, dass sie spontan urinieren. Hier gilt, dass möglichst die Ursache der Ängste erkannt und therapiert werden sollte. Unterstützend können hierbei spezielle Beruhigungsmittel für Hunde eingesetzt werden, die es zum Beispiel gut verträglich in Form von Bachblüten Globuli gibt. Wird die Angst therapiert, dann ist diese Form der Inkontinenz vorübergehend und nicht von Dauer.

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Schließlich gibt es noch eine Vielzahl weiterer Krankheiten, die zu einer Inkontinenz bei Hunden führen können und einer Behandlung beim Tierarzt bedürfen. Hierzu zählen unter anderem Diabetes, Lebererkrankungen, Niereninsuffizienz und Erkrankungen der Prostata. Mögliche weitere Ursachen sind Blasensteine, Krebs, Polypen und chronische Schmerzen.

In manchen Fällen kann Inkontinenz darüber hinaus nach einer Operation auftreten. Dies ist in den meisten Fällen glücklicherweise nur kurzfristig der Fall.

    Wann sollte man bei Inkontinenz zum Tierarzt?

    Inkontinenz beim Hund beim Tierarzt behandeln

    Macht ihr Hund einmal in die Wohnung, dann ist dies in der Regel noch kein Grund zur Sorge. Sollten Sie allerdings regelmäßig über mehrere Tage hinweg beobachten, dass Ihr Hund sein Pipi nicht halten kann, dann sollten Sie mit Ihrem Hund unbedingt zum Tierarzt. Dies gilt besonders dann, wenn sich Blut im Urin befindet.

    Die Ursache für eine Inkontinenz bei Hunden kann eine schwerwiegende Erkrankung sein. Ist diese diagnostiziert, dann kann der Tierarzt eine geeignete Behandlungsmethode finden.

    Unterstützung der Harnwegsfunktion – Behandlung

    Leidet Ihr Hund unter Inkontinenz, ist der Gang zum Tierarzt oft unvermeidlich, da ernsthafte Erkankungen dahinter stecken können. Es gibt neben pharmazeutischen Medikamenten auch eine Vielzahl von pflanzlichen oder homöopathischen Mittel, die zur Behandlung von Inkontinenz bei Hunden eingesetzt werden können.

    Auch eine Blasenentzündung, die vermeintlich harmlos erscheinen kann, sollte niemals unbehandelt bleiben. Denn die dafür verantwortlichen Bakterien können bis in die Nieren wandern und dort zu schweren Schäden führen. Zur Unterstützung einer solchen Behandlung können Sie Ihrem Hund entweder gemahlene Kürbiskerne oder einen Löffel Kürbiskernöl unters Futter mischen. Das ist ein klassisches Hausmittel, das frei von Nebenwirkungen und in der Regel gut verträglich ist. Schüssler-Salze, die entzündungshemmend wirken, können eine solche Therapie ebenfalls unterstützen.

    Liegt die Ursache für die Inkontinenz in der Psyche, dann sollte der Auslöser von der Angst bzw. dem Stress behandelt werden. Hierzu bieten sich neben professioneller Hilfe bei Hundetrainer und Co. auch Beruhigungsmittel für Hunde zur Unterstützung an, vor allem pflanzliche Mittel sind hierbei i.d.R. sehr gut verträglich.

    Nützliche Produkte

    Inkontinenz bei Hunden ist nicht nur für Ihren Hund unangenehm, auch wir Zweibeiner leiden. Es ist ein Zeichen, dass die Fellnase langsam älter wird oder wirklich krank ist. Es gibt einige nützliche „Helferlein“, die Sie in dieser Zeit unterstützen können.

    Reiniger gegen Urinflecken und Gerüche

    Jeder Hundebesitzer weiß, der Uringeruch ist nicht angenehm und vergeht nur schwer. Urinflecken sind hartnäckig und lassen sich nur mit Mühe entfernen. Hier gibt es eine Reihe von Reinigern, die speziell zum effektiven Uringeruch entfernen entwickelt wurden.

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    Windeln und Inkontinenz-Matten

    Windeln und Inkontinenz-Matten schützen das Hundebett, Ihre Möbel und Teppiche vor Urin und das Fell Ihres Hundes wird nicht ständig nass. Verliert Ihr Hund nur beim Schlafen Urin, ziehen Sie ihm am besten vor dem Schlafengehen eine Windel an. Da auch Hundewindeln zu Hautreizungen führen können, ähnlich wie bei Säuglingen und Kleinkindern, ist eine aufmerksame Haut- und Fellpflege jetzt besonders wichtig.

    Hundeklappe

    Hundeklappen sind nur dann eine sinnvolle Investition, wenn Ihr Hund bemerkt, dass er „pullern“ muss. Gerade bei älteren Hunden, die unter Inkontinenz leiden, ist das aber nicht der Fall. Auch gewöhnen sich ältere Hunde oft nicht so schnell an den neuen „Ausgang“. Daher sollten Sie sich den Einbau einer Hundeklappe gut überlegen.

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    Häufige Fragen

    Inkontinenz bei Hunden ist ein Thema, mit dem sich jeder Hundebesitzer früher oder später auseinandersetzen muss. Besonders wenn Ihr Hund älter wird, verändert sich der Umgang mit ihm und er braucht mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit. Wir haben einige Fragen für Sie zusammengefasst, die zu diesem Thema gestellt werden.

    Sind Rüden oder Hündinnen häufiger betroffen?

    Inkontinenz bei Hunden trifft oftmals eher Hündinnen, die kastriert sind. Auch Blasenentzündungen treten bei Ihnen deutlich häufiger auf.

    Kann man Inkontinenz beim Hund heilen?

    Es gibt verschiedene Behandlungsansätze bei der Therapie einer Inkontinenz bei Hunden. Diese sind jedoch maßgeblich von der jeweiligen Ursache abhängig. So können verschiedene Medikamente oder eine Operation  Heilung bringen. Leider gibt es keine Erfolgsgarantie für diese Behandlungen. Manchmal ist die Therapie jedoch nur teilweise erfolgreich und es kommt noch zu gelegentlichen Unfällen.

    Wie sollte man sich gegenüber seinem Hunde verhalten?

    Eine Inkontinenz bei Hunden kann viele Ursachen haben. Daher sollten Sie unbedingt mit Ihrem Hund zum Tierarzt gehen, damit die Ursache abgeklärt wird. Schmipfen Sie Ihren Hund nicht aus, er kann für seine Blasenschwäche nichts. Der liebevolle und ruhige Umgang mit Ihrem Hund ist sehr wichtig.

    Fazit: Inkontinenz bei Hunden

    Inkontinenz bei Hunden ist ein schwieriges Thema, dass von uns Hundehaltern viel Geduld und Liebe erfordert und auch die Fellnasen vor viele Herausforderungen stellt. Gerade ältere Hunde spüren die körperlichen Veränderungen ebenso wie wir. Begleiten Sie Ihren Liebling mit Ruhe und Würde durch die letzten Lebensjahre, auch wenn das Aufwischen von „Pfützen“ frustrierend sein kann.

    Es gibt viele Möglichkeiten und ggf. Behandlungen, die das Leben mit einem inkontinenten Hund für uns Menschen und auch den Vierbeiner erleichtern können. Seien es diverse Hilfsmittel oder im bestenfalls sogar erfolgreiche Behandlungen der Ursachen.

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    Neben meinem Studium der Biologie verdiene ich mir mein Geld als Hundesitterin. Hunde und Katzen begleiten mich schon mein ganzes Leben. Aktuell leben ein Labrador und zwei Katzen in meinem Haushalt. Hier auf Tierliebe.com schreibe ich regelmäßig über alle möglichen Themen rund um Hunde und Katzen.

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